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      Meldung vom 15.01.2010

      Trickfilmprojekt des Medienzentrums der Region Hannover

      Die Lehrerinnen Frau Plein und Frau Fischer hatten im Dezember 2006 die Anfrage für eine Projektwoche vom 25. bis 29. Juni 2007 (20 Std.) gestellt. Mit ihren Schülern wollten sie im Rahmen des Englischunterrichts einen Trickfilm herstellen. Da ich vom Medienzentrum der Region Hannover die Technik und die Trickbox mit in die Schule bringe, müssen die Lehrerinnen nur einige Vorbereitungen selbst treffen.

      Wichtig für ein Filmprojekt - gerade für Animationsfilme - ist es, zwei Räume zur Verfügung zu haben, damit die Animationsarbeit in Ruhe stattfinden kann und die Trickbox mit den Legefiguren während der Woche aufgebaut und ungeschadet den Schulalltag erleben kann. Außerdem sollte für einen Trickfilm Bastelmaterial vorhanden sein. Ein Fernsehgerät ist notwendig, damit alle beteiligten Schüler das Bild von der Kamera sehen und sich so korrigieren und unterstützen können.

      Neben der Trickbox, die eine fest installierte Kamera hat, benutzten wir ein I-book mit der Kamerasoftware i-stop-motion. Mit dieser Software ist es möglich frame genaue Animation durchzuführen. Die Kinder sehen schon während der Aufnahmen Verschiebungen und können ihr Bild korrigieren. Als Vorbereitung auf die Projektwoche hatten die Schülerinnen die Aufgabe, kleine Geschichten zu erfinden, die ersten Projekttag vorstellten.

      Die Trickfilmarbeit ist sehr zeitintensiv, da die Figuren vor der Kamera für jede Bewegung verschoben werden müssen, entsprechend der Filmzeit 1 Sekunde gleich 25 Filmbilder. In der professionellen Trickarbeit, werden die Objekte nur minimal bewegt. Es ist aber auch möglich mit 1 Sekunde gleich 12 bzw. 8 Bewegungen zu arbeiten, das Endergebnis ist immer noch ruckelfrei.

      Gemeinsam entschieden wir uns für die Verfilmungen der zwei Geschichten: . Die Geschichte des kleinen Kängurus war schon sehr weit entwickelt und die Mädchengruppe hatte nun die Aufgabe, ihre Tiere zu malen und die Landschaft zu gestalten, in der die Geschichte stattfinden soll.

      Für die Trickfilmarbeit bietet es sich an, sich zunächst für eine Hintergrundfarbe (Tonpapier DIN A3 oder größer) zu entscheiden. Alle Objekte in der Landschaft werden gezeichnet, ausgeschnitten und dann erst zu einem Landschaftsbild montiert. So kann z.B. das Känguru auch hinter einem Stein verschwinden und der Trick wirkt dreidimensional. Außerdem können auf dem Tricktisch die Objekte so platziert werden, dass das Arrangement auch als Kamerabild wirkt.

      Die Mädchen hatten mehrere Löwenbabies gezeichnet, mit Hilfe des Kamerabildes wurde nun das Baby „gecastet“, welches auf dem Monitor am deutlichsten erscheint. So wurden auch die anderen Figuren ausgewählt. Nachdem alle Objekte zusammengestellt waren, wurden die Bewegungsabläufe ohne Tricktisch geübt. Bevor die zweite Gruppe ihre Bilder gestalten konnte, musste sie die Geschichte des Balls entwickeln, wohin fliegt der Ball und wer gestaltet welche Bilder. Je zwei Kinder bastelten ein Filmbild und planten den Bewegungsablauf.

      Parallel zu den oben genannten Arbeiten konnten in Kleingruppen schon die Namen aus einzelnen Buchstaben für den Abspann animiert werden. Die Namen der beteiligten Schüler zu legen ist ein überschaubarer Bewegungsablauf, an dem die Kinder die Animationstechnik kennen lernen.

      An den folgenden Tagen wurden die Filmsequenzen der Geschichten animiert, die fertig gestaltet waren. Am letzten Tag haben wir dann im Schnitt die Reihenfolge der einzelnen Filmsequenzen gemeinsam entschieden und montiert. Die Kinder hatten auf Englisch ihren Text entwickelt, der mit der Kamera aufgenommen und anschließend im Schnittprogamm unter die einzelnen Sequenzen gelegt wurde.

      Last but not least wurde aus einer Sammlung gemafreier Musik die entsprechende Hintergrundmusik ausgewählt. Ja, und dann am Ende des letzten Projekttages konnten wir uns gemeinsam den entstandenen Film anschauen und es gab 24 stolze Filmemacher und Filmemacherinnen.

      Im nationalen Wettbewerb des up-and-coming Filmfestival 2007 sahen wir uns gemeinsam die Filme auf der großen Leinwand im Cinemaxx an. Und das war schon ein tolles Erlebnis. Vollkommen unerwartet verkündete die Jury zwei Tage später, dass wir den Schülerfilmpreis des Bundes Deutscher Kunstpädagogen erhalten. Toll.

      Adele Mecklenborg (Projektleitung, Text und Fotos)

      Weitere Infos bei:
      Adele Mecklenborg
      Medienzentrum der Region Hannover
      Altenbekener Damm 79
      30173 Hannover
      Tel. 0511-98968-24
      adele.mecklenborg(at)mzrh.de
      www.mzrh.de
      www.mpz-hannover.de


      Meldung vom 15.01.2010