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      Meldung vom 26.02.2019

      SchulKinoWochen 2019: Auftaktveranstaltung im Göttinger Lumière

      Im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung der 15. SchulKinoWochen Niedersachsen am 25.02.2019 im Lumière in Göttingen stand das packende Hochseedrama von Regisseur Wolfgang Fischer „Styx“. Kameramann Benedict Neuenfels gewann bereits mehrfach den Deutschen Kamera- sowie Filmpreis. Für die Mitarbeit am Film „Styx“ erhielt er 2018 u.a. den Bayerischen Filmpreis für die Bildgestaltung. Der, wie Benedict Neuenfels im Gespräch mit den Schulklassen berichtete, chronologisch gedrehte Film zeigt die deutsche Alleinseglerin Rike (Susanne Wolff) in einem moralischen Dilemma. Mitten im Ozean wird die persönliche Entscheidung für oder gegen humanitäre Hilfe zur allegorischen Reflexion der europäischen Flüchtlingspolitik. Einfache Antworten gibt es nicht.

      Zu Beginn der Veranstaltung konnte Jörg Witte, der Projektleiter der SchulKinoWochen Niedersachsen, auf erfreuliche Anmeldezahlen hinweisen. Bereits jetzt hätten sich mehr als 80.000 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften für die Vorstellungen angemeldet. Auch Sonja Giersberg vom Niedersächsischen Kultusministerium unterstrich in ihrem Grußwort die Bedeutung von Film und Kino und deren Integration in den Unterricht. Sie bedankte sich im Namen des Ministers bei den Förderern und Unterstützern des Projektes. Michael Jahn von VISION KINO berichtete von den SchulKinoWochen, die bundesweit stattfinden und in 850 Kinos rund 900.000 Zuschauer*innen erreichen, und bedankte sich beim niedersächsischen Team für die engagierte Arbeit.

      Vor- und nachbereitet wurde die Veranstaltung von Göttinger Schülerinnen und Schülern des Hainberg-Gymnasiums mit Unterstützung der Moderatorin und Schauspielerin Eva-Maria Schneider-Reuter.

      Auf hoher See gilt die Konfrontation mit einem Flüchtlingsboot schon seit langer Zeit als realistisches Szenario, weswegen sich Benedict Neuenfels im anschließendem Filmgespräch politisch klar positionierte: „Ich bin absolut gegen die Amoral der kapitalistischen Systeme in Europa.“ Man habe, zusätzlich zu zahlreichen Reportagen und einer Vielzahl großartiger Dokumentarfilmen, versucht, das moralische Dilemma als dramatischen Spielfilm zu inszenieren. Herausgekommen sei dann ein „Fairnessfilm für die Menschen“ merkte er an. Eine Schülerin kommentierte den Spielfilm passend dazu: „Man wünscht sich ein Happy End, aber es kommt einfach nicht.“ Sonja Giersberg ergänzte, "wir finden keine Lösung, aber es löst etwas aus." Neben den politischen und filmischen Diskussionen präsentierte Neuenfels exklusive persönliche Einblicke hinter die Kulissen. Er berichtete von Schwierigkeiten während des Drehs, Seekrankheit und vom Casting für die Rolle des Kingsley (gespielt vom Kenianer Gedion Oduor Wekesa). Begeistert erfuhren die Zuschauer, dass der kenianische Schauspieler nicht mit einer Gage, sondern mit der Finanzierung seiner Ausbildung vergütet wurde und aktuell seine erste Rolle in einem US-amerikanischen Spielfilm spielt.

      Zahlreiche Förderer und Gäste waren zum Auftakt nach Göttingen gekommen, darunter Antje Höhl (Niedersächsische Staatskanzlei) und Klaus-Jürgen Buchholz (Niedersächsische Landesmedienanstalt).

      Die SchulKinoWochen Niedersachsen bieten bis 22.03.2019 landesweit in 106 Kinos und etwa 1000 Veranstaltungen ein umfangreiches Programm mit künstlerisch herausragenden und lehrplanrelevanten Filmen für alle Altersstufen und Schulformen.

      Veranstalter und Förderer
      Die SchulKinoWochen Niedersachsen werden veranstaltet von VISION KINO – Netzwerk für Film und Medienkompetenz in Kooperation mit dem Film & Medienbüro Niedersachsen e.V. sowie weiteren Landespartnern. Unterstützt und gefördert werden sie vom Niedersächsischen Kultusministerium, der Niedersächsischen Landesmedienanstalt und der nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH. VISION KINO ist eine gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung der Film- und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Sie wird unterstützt von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Filmförderungsanstalt, der Stiftung Deutsche Kinemathek sowie der Kino macht Schule GbR, bestehend aus dem Verband der Filmverleiher e.V., dem HDF Kino e.V., der Arbeitsgemeinschaft Kino • Gilde deutscher Filmkunsttheater e.V. und dem Bundesverband kommunale Filmarbeit e.V. Die Schirmherrschaft über VISION KINO hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übernommen.

      Weitere Infos unter: www.schulkinowochen-nds.de

      Filmstill, Foto: Zorro Film

      Gäste und Mitwirkende der Auftaktveranstaltung (von links nach rechts): Jan-Hendrik Giebel (Schüler Hainberg Gymnasium Göttingen), Carmen Knierim (Schülerin Hainberg Gymnasium Göttingen), Jörg Witte (Projektleitung SchulKinoWochen Niedersachsen), Linus Steinmetz (Schüler Hainberg Gymnasium Göttingen), Laura Nagel (Schülerin Hainberg Gymnasium Göttingen), Cosma Kraft (Schülerin Hainberg Gymnasium Göttingen), Benedict Neuenfels (Bildgestaltung "Styx"), Eva-Maria Schneider-Reuter (Training der Schüler*innen, Moderation), Bernd Wolter (Film & Medienbüro Niedersachsen), Sonja Giersberg (Niedersächsisches Kultusministerium, Referat Bildung in der digitalen Welt), Antje Höhl (Niedersächsische Staatskanzlei, Referat Medien, Film), Klaus-Jürgen Buchholz (Niedersächsische Landesmedienanstalt), Michael Jahn (Vision Kino, Berlin)

      v. l. Jan-Hendrik, Schüler des Hainberg-Gymnasiums, Benedict Neuenfels, Sonja Giersberg. Foto: Clara Dörholt

      Meldung vom 26.02.2019