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      Meldung vom 12.09.2013

      Modellprojekt ›SchülerFilmStadt‹ - Wunstorf war dabei

      Fünf Städte, neun Schulen und 450 ambitionierte junge Filmemacher - von Oktober 2011 bis Juni 2013 hat das vom internationalen Filmfestival ›up-and-coming‹ initiierte und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Modellprojekt ›SchülerFilmStadt‹ einen Rahmen geschaffen, in dem Filme vor Ort in nur wenigen Tagen entstehen konnten.

      Von der 3. bis zur 12. Klasse haben Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Schultypen aus Aachen, Gera, Flensburg, Würzburg und Wunstorf, unterstützt durch ihre Lehrer und angeleitet von Experten aus der Filmbranche in ihrer Stadt, über ihre Stadt und auch mit ihrer Stadt gedreht. Unter dem Motto ›Postcards from…‹ sind die jungen Filmemacher in ihren Heimatstädten auf die Suche nach inspirierenden Orten gegangen, an denen Filme entstanden sind, die sie von der ersten Idee über den Dreh bis hin zum Schnitt und Sounddesign vollkommen selbstständig produziert haben.

      Bereits im Vorfeld der intensiven Projektwoche, die ihren abschließenden Höhepunkt jeweils mit einer öffentlichen Filmpremiere feierte, sind die Nachwuchsfilmschaffenden von Profis in Bereichen wie Storytelling, Dramaturgie, Bildgestaltung sowie Regie- und Kameraarbeit mit Crashkursen geschult worden, um alle Phasen der Filmproduktion auch selbst meistern zu können.

      Da ein wesentlicher Bestandteil dieses bundesweiten Modellprojektes die Einbindung in das gesellschaftliche Leben vor Ort ist, fand die Filmproduktion in ›gläsernen Studios‹ statt und war damit für Interessierte jederzeit zugänglich.

      Um alle Aspekte der Filmarbeit abzudecken, gab es über die Dreharbeit hinaus Workshops zu Pressearbeit, Schauspiel, Tanz/Choreographie, Filmmusik, Catering und auch Making-Of, um mit einem Blick hinter die Kulissen die Filmarbeit dokumentieren zu können.

      So unterschiedlich wie die entstandenen Filme waren auch die Bedingungen für das filmische Arbeiten vor Ort. Während in Flensburg fünf unterschiedliche Schulen sowie die Beteiligung des Offenen Kanals und die Zusammenarbeit mit dem Studiengang Medienbildung für eine breite Öffentlichkeit und nachhaltige Vernetzung z.B. zwischen der Universität Flensburg und den verschiedenen Schulen sorgte und den jungen Filmemachern eine Filmpremiere mit über 1.000 Zuschauern im überfüllten Audimax der Universität bescherte, waren die Rahmenbedingungen in Gera vollkommen anders. Hier war es ein Klassenverband der jüngsten Schülerinnen und Schüler aus der 3. Jahrgangsstufe, die, unterstützt durch das engagierte Lehrerkollegium ihrer Grundschule, den 40. Geburtstag ihres Stadtteils Lusan als Anlass nahmen, um die filmischen Ergebnisse im Rahmen des Jubiläumsfestes der Öffentlichkeit vorzustellen.

      Prominenten Besuch während der Projektwoche hatten die Würzburger Schülerinnen und Schüler durch einen Ehemaligen ihrer Schule, den mehrfach ausgezeichneten Drehbuchautor und Regisseur Christian Zübert, der ihnen bei der Arbeit über die Schulter schaute, bei der Premierenfeier in der Mensa des Gymnasiums dabei war und auch für zukünftige Produktionen der Nachwuchstalente ein wichtiger Kontakt zur professionellen Filmwelt bleiben wird.

      Wie in Würzburg so produzierten auch in Aachen die Schülerinnen und Schüler des größten Gymnasiums und Berufskollegs vor Ort Filme, die sich auf manchmal recht humorvolle Weise mit Aachen, seiner Geschichte und Besonderheiten auseinandersetzen und sogar in einem Produktionsbeitrag zu einer regelrechten ›Liebeserklärung‹ an ihre Stadt wurden.

      150 Schüler in Wunstorf aktiv Als letzte und kleinste SchülerFilmStadt war das niedersächsische Wunstorf eine Woche lang Drehort, in dem eine ganze 7. Jahrgangstufe mit 150 Schülern der neuen evangelischen IGS sich von vorher ausgelosten Orten in der Altstadt zu ihren Filmen inspirieren ließ. Produziert wurde im gläsernen Studio in der Stadtkirche. Auch der evangelische Landesbischof Ralf Meister, in seiner Jugend selbst Filmemacher, besuchte die Jungfilmer beim Produzieren in der Stadtkirche, um die herum in der gesamten Innenstadt gedreht wurde.

      Besonderes mediales Interesse erfuhr die Projektgruppe ›Stunt‹, die von den Profis der Stuntschule Showtime aus Lüneburg lernte, wie man fällt oder sich prügelt, ohne sich zu verletzen, und hierbei von einem NDR Fernsehteam für einen ›Hallo Niedersachsen‹-Beitrag gefilmt wurde. Aber auch in der Wunstorfer Leinezeitung berichtete eine Reportergruppe von Schülern des Workshops Pressearbeit täglich über den filmischen Schaffensprozess ihrer Mitschüler wie auch derjenigen, die im Rahmen des Workshops Making-Of das Entstehen der Filme vor Ort filmisch dokumentierten.

      Für das festliche Rahmenprogramm der abschließenden Premierenfeier im total überfüllten Wunstorfer Stadttheater sorgten die Workshopgruppen Tanz/Choreographie und Schauspiel, die sich kritisch mit dem Schulalltag und dem zwischenmenschlichen Miteinander unter Schülern auseinandersetzten und dafür, wie die Filmbeiträge, tosenden Applaus ernteten.

      Für Burkhard Inhülsen, den Organisator und Leiter des Modellprojektes, ist jedoch wichtig, dass die praktische Filmbildung in den fünf SchülerFilmStädten auch weiterhin auf tragfähige Kontakte zur lokalen Wirtschaft, zu Institutionen und Politik, bauen kann, um den Schülern bleibende Möglichkeiten filmischen Arbeitens zu schaffen – denn nachhaltige Veränderungen sind das eigentliche Ziel dieses Modellprojektes, so Inhülsen. Sollten darüber hinaus auch Türen geöffnet werden können für einen späteren Weg in die Filmbranche, hätte dieses Modellprojekt all sein Potential tatsächlich nachhaltig entfaltet.

      Barbara Klimmeck

      Weitere Infos unter: www.schuelerfilmstadt.de

      Meldung vom 12.09.2013