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      Meldung vom 28.11.2019

      up-and-coming ehrt beste Nachwuchsfilmer*innen

      Die Gewinner*innen des Deutschen Nachwuchsfilmpreises, des Bundes-Schülerfilm-Preises und des International Young Film Makers Awards stehen fest. Mit der feierlichen Verleihung der FilmKometen genannten Auszeichnungen im Kulturzentrum Pavillon, die heute Vormittag um 11:30 Uhr beginnt, geht das 15. Internationale Film Festival Hannover up-andcoming 2019 zu Ende. Am Wettbewerb um die von Deutschlands größtem Nachwuchsfilmfestival ausgelobten Preise hatten sich junge Filmemacher*innen aus 122 Ländern beteiligt. Insgesamt waren 4.017 Filme eingereicht worden. Das 16. Internationale Film Festival Hannover findet 2021 statt.

      Deutscher Nachwuchsfilmpreis 2019 für Filmtalente aus München, Pforzheim und Köln
      Der Deutsche Nachwuchsfilmpreis geht an ABBRUCH von Natascha Zink (1992*) aus München, an BIOTOP von Paul Scholten (*1996) aus Pforzheim und an LÖWIN von Alexander Conrads (1992*) aus Köln. Die Auszeichnungen sind gleichwertig, mit jeweils 2.000 Euro dotiert und gehen mit einer Produzenten-Patenschaft einher; die Patenschaften übernehmen Jonas Dornbach (Komplizen Film), Lutz Heineking, jr. (eitelsonnenschein) sowie Philipp Kaßbohrer und Matthias Murmann (bildundtonfabrik). Preisstifter ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Entscheidung, wer eine der drei Auszeichnungen erhalten solle, sei ihnen nicht leicht gefallen, so die Juror*innen. Deshalb sprachen sie insgesamt drei lobende Erwahnungen aus: an DAS KÖNNT IHR EUCH ABSCHMINKEN!, eine Gruppenarbeit des Jugendfilm e.V. aus Hamburg, DAS MÄDCHEN, DAS KEIN VAMPIR SEIN WOLLTE von Isabelle Caps-Kuhn (*1993) und AM CU CE - MEIN GANZER STOLZ von Hannah Weissenborn, beide aus Ludwigsburg.

      Eine junge Frau ist ungewollt schwanger. Sie trifft eine Entscheidung, die ihr niemand abnehmen kann. Aber was macht das mit der Beziehung zu ihrem Freund? ABBRUCH sei "mutig, konsequent und authentisch" und besteche mit einer dichten Inszenierung und großartigen Darstellern, so die Juror*innen. Der Film breche ein Tabu, denn anstelle einer Entscheidungsfindung zeige er eine Protagonistin mit einer klaren Haltung: Die Geschichte heische nicht um Sympathie und sei trotzdem, oder gerade deshalb, sehr berührend, überraschend und manchmal sogar zum Lachen." An BIOTOP beeindruckte die Jury, dass er ein Thema von hoher gesellschaftlicher Relevanz "...mit Ruhe, ausdruckstarker Bildkomposition und einer eigenen Regiehandschrift" behandelt. Die Dokumentation zeichnet das Geschehen in einem Münchener Vorort nach, wo aus Angst vor Ruhestörungen durch die Flüchtlinge, die in der Nachbarschaft einziehen sollen, eine Larmschutzvorrichtung gebaut wird. LÖWIN, erzahlt von der 11-jahrigen Leo, die viel zu früh Verantwortung übernehmen muss. Der Film behandele Themen wie Depression, Co-Abhangigkeit, frühkindliche Sexualitat und sexuelle Diversitat eindringlich und leichtfüßig zugleich, so die Jury: "Die Geschichte hat uns vom ersten Moment an berührt und gefangen genommen."

      Bundes-Schülerfilm-Preis 2019 geht nach Viernheim
      Der vom BMBF mit 1.000 Euro dotierte Bundes-Schülerfilm-Preis geht an Robin Tessitore und Nico Schafer (*2003) von der Albertus-Magnus-Schule in Viernheim und ihren Film WILLST DU MIT MIR GEHEN. Der Film behandele eines der wichtigsten Themen der Welt, die Liebe, so die Jury. Die Tücken des Datings im digitalen Zeitalter würden mit Selbstironie und viel Humor dargestellt. Besonders beeindruckt hatten der Charme und das Timing der jungen Protagonisten. International Young Film Makers Award für Filme aus Belgien, den Niederlanden und Großbritannien

      Der International Young Film Makers Award geht an Helena Dalemans (*1996) aus Belgien für HER NAME WAS, an Florence Bouvy (*1993) aus den Niederlanden für TILL THE END OF THE WORLD sowie an Maitane Eyheramonho (*1993) aus Großbritannien für WE JUMP AND PRIXT (WE DISAPPEAR). Die Auszeichnung ist nicht dotiert, geht jedoch mit der Aufnahme in das von up-and-coming initiierte Netzwerk MASTERCLASSfilm einher. Drei lobende Erwahnungen gehen an A FISH ON MY BED von Pei-Yi Lin (*1998) aus Taiwan, THE SHEPHERD von Brwa Vahabpour (*1993) aus Norwegen und SAINT PLATAIN (San Patacón) von Rodolfo Franco Ricardo (*1995) aus Kolumbien.

      Die Charaktere in Helena Dalemans "ehrlicher und bewegender" Ode an ihre Großmutter, die geschwacht in einem Altenheim lebt, bewiesen, was möglich ist - auch wenn alles hoffnungslos zu sein scheine, so die Jury. "HER NAME WAS zeigt, dass es immer Liebe gibt. Und dass diese Liebe zutage treten kann, wann und wo man sie am wenigsten erwartet." Der Film TILL THE END OF THE WORLD erzahlt vom schwierigen Verhaltnis alkoholkranker Eltern und ihrer Kinder - aus der Perspektive von Marie. Er besteche durch die außergewöhnliche Nahe zu seinen Charakteren, deren perfekte Performance und die Tatsache, dass es ihm gelinge, eine wirklich intime Geschichte mit dokumentarischer Sensibilitat, aber in der Bildsprache von wirklich "großem Kino" zu erzahlen. WE JUMP AND PRIXT (WE DISAPPEAR) von Maitane Eyheramonho finde seine Balance zwischen Gesellschaftskritik, experimenteller Dokumentation und Liebesbrief, so die Juror*innen. Der Film sei getragen von einer spürbaren Liebe zu Tanz und Bewegung, lokaler Kultur und Erbe und sei "kühn und mit klarer Stimme erzahlt".

      Bei der Preisverleihung waren zugegen: Natascha Zink, Robin Tessitore und Nico Schafer, Helena Dalemans, Florence Bouvy sowie Maitane Eyheramonho. Sie nahmen ihre Auszeichungen persönlich entgegen. Ebenfalls anwesend waren die Juror*innen: Michel Birbæk, Nele Kiper, Daniele Rizzo, Gabi Rudolph und Sven Taddicken sowie Gabrielle Kelly, Marc Lamothe, Rachael Rakes und Anna Stoeva und Produzenten- Pate Jonas Dornbach.

      Seit 1982 gibt das Internationale Film Festival Hannover einer ganz jungen Generation von Filmemacher*innen eine erste Möglichkeit, sich zu profilieren. Mit kontinuierlich steigenden Teilnehmerzahlen zahlt die Biennale zu den weltweit führenden künstlerischen Nachwuchs-Filmfestivals. 2019 gingen über 4.000 Einreichungen aus 122 Landern ein. An up-and-coming 2019 beteiligten sich 32 deutsche und 78 internationale Hochschulen; 85 Schulen aus dem gesamten Bundesgebiet beteiligten sich am Wettbewerb um den Bundes-Schülerfilm-Preis. Die Auszeichnung wird neben dem Deutschen Nachwuchsfilmpreis und dem International Young Film Makers Award zum Abschluss des Festivals verliehen, das in diesem Jahr vom 21. bis 24. November im Kulturzentrum Pavillon stattfindet. Förderer von up-and-coming sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die nordmedia und die Landeshauptstadt Hannover.

      https://festival.up-and-coming.de

      Anwesenden Preisträger*innen, das Moderations-Team (vorn), die Juror*innen und das up-and-coming-Team im Pavillon Hannover. Quelle: up-and-coming, Foto: Michael Wallmüller Fotografie

      Meldung vom 28.11.2019