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      Meldung vom 14.01.2020

      PLAY 19: Keine Angst vor Monstern!

      PLAY 19 Festival in Hamburg lud zur Begegnung mit wilden Kreaturen

      Für alle, die sich mit Computer- und Videospielwelten beschäftigen, sind Begegnungen mit Monstern alltäglich: Sie stehen einem allenthalben als Gegner, Hindernis oder narratives Element gegenüber. Nur einleuchtend, also, dass sich das diesjährige PLAY Festival (vom 14. bis zum 17. November 2019 in Hamburg) einmal ausführlicher mit dem Thema Monster befasste. Und auch, wenn dabei digitale Kreaturen häufig im Mittelpunkt standen, ging es ebenso häufig auch um die ganz realen Monster des täglichen Lebens, mithin um das Monster im Spiegel.

      Reichliche Material für vier Festivaltage also, und die Initiative Creative Gaming hatte ein weiteres Mal ein vielseitiges und umfangreiches Programm gestrickt: Wer wollte, konnte im Monster Lab durchgehend eigene Monster erfinden, illustrieren, vertonen und zum Leben erwecken. Und die Ideen dann gleich bei weiteren Veranstaltungen des vielseitigen Workshop- und Fortbildungsprogramms nutzen. Neben spannenden medienpädagogischen Anregungen warteten dabei ein weiteres Mal auch zahlreiche kreative Aktivitäten an der Grenze zu Theater und Performancekunst: einmal selbst Teil eines Zombieflashmobs sein! Oder auf dem ganzen Festivalgelände auf die Suche nach versteckten Monstern gehen.

      Flankiert wurde das Festival wie immer durch eine sorgfältig kuratierte Ausstellung mit zahlreichen spielbaren Exponaten, die es den Besucher*innen erlaubte, selbst auf Tuchfühlung mit den Monstern zu gehen: Ob eher vergnüglich beim Monsterschminken in „Monstre de Coiffure“ , metaphorisch im Spiel „Mosaic“, in dem das Monströse in der Eintönigkeit des immer gleichen Tagesablaufs aus Arbeiten, Schlafen und banalen Social Media-Aktivitäten liegt, oder symbolstark im Titel „Sea of Solitude“ des deutschen Entwicklers Jo-Mei: Hier erkundet Protagonistin Kay ein überflutetes Berlin, dessen pastellfarbene Straßenschluchten sich schnell in dunkle Todesfallen verwandeln können – denn Kays Einsamkeit und Selbstzweifel haben nicht nur sie selbst verändert, sondern sind auch zu bedrohlichen, monströsen Wesen geworden, denen sich die Spielenden nun entgegenstellen müssen.

      Das Innere Monster konnten Besucher*innen auch beim aktuellen Independent-Hit „Untitled Goose Game“ ausleben – in Gestalt einer wahrhaft diabolischen Gans, die die Ordnung in einer idyllischen Kleinstadt gehörig durcheinanderbringt. Man konnte sich gar nicht sattsehen – und -spielen – an den ganzen monströsen Kreaturen!

      Bei alledem ging es immer auch darum, dass wir uns in den Monstern wiederkennen – und in uns selbst das Monströse. Denn, so die Game-Design Professorin Linda Breitlauch bei ihrem Vortrag „Of Monsters, Humans And Games“: Monster seien eine Möglichkeit, eine unbekannte Seite in uns auszuleben, oder Persönlichkeitselemente, die uns scheinbar fehlen.

      Nach alledem lautet das ebenso versöhnliche wie inspirierende Fazit nach dem Besuch des PLAY19 Festivals: Monster wollen gefangen, gezähmt und besiegt werden – aber auch, ihnen zu begegnen, sie zu erschaffen und mit ihnen zu spielen, kann sich lohnen!

      Mehr Infomationen zum Festival gibt es unter www.playfestival.de

      Text und Foto: Stefan Berendes

      Das Team des PLAY Festival sorgte ein weiteres Mal für ein ebenso spannendes wie verspieltes Festivalprogramm.

      Bei „Mosaic“ ist die gleichförmige Alltagshölle das eigentlich Monströse

      Während es bei „Sea of Solitude“ darum geht, sich den eigenen Monstern zu stellen,…

      …lädt das „Untitled Goose Game“ dazu ein, sich wie in Monster aufzuführen.

      Wer schön sein will, muss leiden: Monstre de Coiffure sorgt für einen unterhaltsamen Perspektivwechsel.

      Meldung vom 14.01.2020