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      Meldung vom 02.04.2026

      Sehpferdchen wächst über sich hinaus

      2.500 Menschen feiern die Wichtigkeit und die Vielfalt eines medienpädagogischen Filmfestes für junges Publikum

      Ein Festival, das junges Publikum und Medienkompetenz verbindet: Das Filmfest Sehpferdchen 2026 schloss mit rund 2.500 Menschen und 66 Veranstaltungen erfolgreich ab. Mit einem Wachstum von bis zu 23 Prozent bei Schulvorstellungen zeigt sich, dass die medienpädagogische Arbeit des Festivals zunehmend an Bedeutung gewinnt – und bei Lehrkräften wie auch Familien für Begeisterung sorgt.

      Das Filmfest Sehpferdchen wurde am 8. März mit der Vorpremiere des deutschen, nordmedia-geförderten Films „Das geheime Stockwerk“ (Regie: Norbert Lechner) eröffnet, der in einem Mix aus Historie, Krimi und Fantasy einen kindgerechten Blick auf die NS-Zeit bietet. Anschließend nutzten die knapp 150 jungen und älteren Gäste die Gelegenheit, dem Regisseur sowie dem Jungdarsteller Maxi Reinwald Fragen zu stellen, Selfies zu machen und Autogramme auf Filmplakaten zu sammeln. Ab dem 9. März entfaltete sich an zehn weiteren Festivaltagen und mit einer Zusatzvorstellung („Grüße vom Mars“) ein vielseitiges Programm aus Unterhaltung, Mitmachaktionen und Medienpädagogik. Insgesamt wurden beim Filmfest Sehpferdchen 20 internationale Filme für junges Publikum sowie zwölf Filme für Erwachsene im Abendprogramm gezeigt. Mit dabei waren die ECFA-Preisträger „Living Large“ (Dufková 2024) und „Zirkuskind“ (Lemke/Koch 2025), der Grimme-Preisträger „Grüße vom Mars“ (Winkenstette 2024), die spanischsprachige Originalvorführung von „Hola Frida“ (Vézina/Kadi 2024) und die deutschsprachige Premiere von „I accidentally wrote a Book“ (Lakos 2025).

      Beim Familiensonntag zum Thema Trickfilm haben zahlreiche Gäste begeistert das Film- und Mitmachprogramm wahrgenommen. Es liefen die Animationsfilme „Hola Frida“, „Die Schatzsuche im Blaumeistental“ (Lanciaux/Granjon 2025) und „Living Large“. Dazwischen konnten Jung und Alt selbst aktiv werden: ein Daumenkino, Thaumatrop oder Streifenkino basteln, Stop-Motion-Technik am Tricktisch ausprobieren und Frida Kahlos Kindheitswelt neu ausmalen. In digitalen und in Live-Gesprächen mit Gästen aus der Filmbranche haben sich sowohl die Schulklassen am Vormittag als auch die Besucher*innen in den Nachmittagsvorstellungen angeregt über die Filme und das Filmemachen, die Geschichten und ihre eigenen Lebenswelten ausgetauscht.

      Am 17. März kürte dann die Jugendjury feierlich ihren Gewinnerfilm: „Hola Frida“. Bewertet wurden Kameraführung, Sprache, Effekte und Schnitttechnik, die Musik sowie die Geschichte. Die 14- bis 17-jährigen Noor, Jonah und Lenni wurden hierfür vor dem Filmfest in Workshops geschult. „Zu unserer Jury-Arbeit gehörte das Beurteilen der Filme und die Diskussionen darüber“, erklärte Noor im Rahmen der Preisverleihung. „Wir haben jeden Film nach dem Anschauen einzeln bewertet und auf einer Skala von 1 bis 10 eingeordnet. Nach zwei Filmen haben wir uns demokratisch entschieden, welchen der beiden wir in die Endbeurteilung aufnehmen wollen.“ Warum die französisch-kanadische Produktion „Hola Frida“ die Auszeichnung als bester Film beim Sehpferdchen 2026 gewonnen hat, begründet die Jugendjury wie folgt: „Dieser Film hat uns geflasht“, so Jonah. „Die Animation sieht zwar sehr einfach aus, aber man erkennt auch die Liebe zum Detail. Zudem fanden wir, dass der Zeichenstil wunderbar zu Frida Kahlo passt. Der Film hat eine unfassbare Schwere, die aber durch die Animation erheblich leichter wird. Dies wird vor allem durch die vielen Farben erzeugt.“ Weiterhin lobte die Jury die besondere Darstellung des Themas Tod und die Geschichte an sich, die nicht nur feministisch ist aufgrund der Biografie Kahlos – der Film selbst hat auch den Bechdel-Test bestanden. Eine besondere Erwähnung und Urkunde erhielt der Film „Honey“ (2024) von Natasha Arthy für Regie, Buch und Musik.

      Mit neuem Team und neuem Design hat das Filmfest Sehpferdchen 2026 in der Außenwahrnehmung unverkennbar an Bedeutung gewonnen. Etwa 2.500 Menschen besuchten die insgesamt 66 Veranstaltungen in Hannover und Burgdorf. Vor allem die Angebote am Wochenende und die Schulvorstellungen verzeichneten ein Publikumswachstum von mehr als 8 Prozent und rund 23 Prozent. Letzteres zeichnet sich auch in den Teilnahmen an den festivalvorbereitenden Patenfilmprojekten ab. Hier haben neun Schulen, Kulturtreffs und Hortgruppen am medienpädagogischen Angebot teilgenommen und Kurzfilme sowie Foto- oder Kunstausstellungen selbst hergestellt.

      Das nächste Filmfest Sehpferdchen findet üblicherweise alle zwei Jahre, also voraussichtlich 2028 wieder statt.

      Eröffnung Sehpferdchen 2026 in Hannover. Foto (c) Helge Krückeberg

      Eröffnung Sehpferdchen 2026 in Hannover. Foto (c) Helge Krückeberg

      Meldung vom 02.04.2026