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      Meldung vom 17.11.2016

      PLAY16 - Die Körper, mit denen wir spielen

      PLAY16 Creative Gaming Festival vom 2. bis zum 6. November 2016 in Hamburg.

      Die Zeit, in der man Computer- und Videospiele noch vorwiegend im Sitzen konsumierte und durch das Herumdrücken auf Joystick oder Joypad steuerte, geht ihrem Ende entgegen. Zumindest konnte diesen Eindruck gewinnen, wer das diesjährige PLAY 16 Creative Gaming Festival in Hamburg besuchte. Denn gemäß dem Festivalmotto – Let’s Get Physical – Game And Body – wurde dieses Mal nicht nur der gesamte Körper angesprochen, sondern es ging auch ganz allgemein um Körper in Spielen: um ihren Einsatz, ihre Gestaltung und ihr Verhältnis zueinander. 

      Dieser Blickwinkel zog sich dabei durch praktisch alle Veranstaltungen, Ausstellungen und Workshops, und die Tragweite des Themas deutete schon der amerikanische Kommunikationswissenschaftler Sky LaRell Anderson in seinem Vortrag zu Beginn der PLAY Conference an: Spieler und Spielfiguren, so seine These, seien doch letztlich zwei Hälften desselben Ganzen. Das Festival lotete diese Schnittstelle zwischen digitalen und realen Körpern denn auch weidlich aus: von der Gestaltung digitaler Avatare, mit den ihnen zugrundeliegenden Archetypen und gestalterischen Entscheidungen bis hin zum Interface zwischen dem Körper des Spielers und der digitalen Welt, das in Virtual und Augmented Reality bisweilen einen völlig neuen Ausdruck erfährt.

      Das Programm umfasste viel Kritisches und Intelligentes, etwa Diskussionen und Workshops rund um die Repräsentation von Gender-Stereotypen, ethnischen Minderheiten oder Krankheit und Behinderung in Games. Mindestens ebenso vieles war technisch innovativ und kreativ, wenn es etwa um die möglichen nächsten Entwicklungsschritte im Bereich Virtual Reality ging. Und nicht zuletzt gab es reichlich Spielenswertes – denn Ausstellungen im Kunsthaus und dem Museum für Kunst & Gewerbe lockten die Besucher, ebenso wie Escape the Room-Szenario und VR-Brille in der Zentralbibliothek, zur Interaktion und zum Mitspielen. Abgerundet wurde das vielseitige Programm durch Angebote aus Bereichen wie Urban Gaming oder Theaterpädagogik.  

      Insgesamt zeigte die Initiative Creative Gaming mit dem Festival ein breitgefächertes Panoptikum dessen, was in Games möglich ist – und wo bei alledem die Körper bleiben, in und mit denen wir spielen: ein ebenso kritischer wie kreativer Blick auf ein Medium, das sich ständig bewegt und doch gleichzeitig noch häufig im Konventionellen verharrt. Das Plattes und Geniales, Gewohntes und Innovatives vereint und nicht zuletzt eine faszinierende Facette der Gegenwartskultur abbildet. Und in dem man selbst Hand anlegen kann. Oder – den neuen Eingabe- und Interfacemöglichkeiten sei Dank – immer öfter auch Kopf oder Fuß.

      Alles Spielkram, also? Ja, auch. Aber längst nicht mehr nur das.

      Weitere Infos unter: <link http: hamburg.playfestival.de play16 de>

      hamburg.playfestival.de/play16/de/

      Die Ausstellung Game Masters im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg läuft noch bis Ende April 2017:<link http: www.mkg-hamburg.de de ausstellungen aktuell game-masters.html> www.mkg-hamburg.de/de/ausstellungen/aktuell/game-masters.html

      Text und Fotos: Stefan Berendes, LAG Jugend & Film Niedersachsen e.V.

      Konzeptskizzen des Spiels „Psychonauts“ in der Ausstellung „Game Masters“ im Museum für Kunst & Gewerbe Hamburg (MKG)

      "Wozu soll das gut sein?" Gunnar Lott und Christian Schmidt bei ihrem abendlichen Exkurs über die Frühgeschichte der Virtual Reality

      Die Veranstaltungen beim PLAY Festival überzeugten nicht nur durch Inhalt, sondern mitunter auch durch die Kulisse – wie hier beim Workshop in der historischen SPIEGEL-Kantine

      Meldung vom 17.11.2016