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      Meldung vom 17.11.2016

      GMK: Positionierung zum Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (seit 01.10.2016)

      In der mediatisierten Welt verändert sich auch der Mediengebrauch in Familien. Kinder und Jugendliche nutzen digitale Medien heute umfassend. Zum einen konsumieren sie Medieninhalte, zum anderen produzieren sie diese, in dem sie Inhalte ins Netzt stellen, teilen und kommentieren sowie mit anderen Kindern und Jugendlichen kommunizieren. Themen wie Hate Speech und Cybermobbing aber auch der Umgang mit populistischen Inhalten sowie Online-Propaganda extremistischer Gruppierungen spielen im Medienalltag vieler Jugendlicher eine Rolle. Diese stellen Heranwachsende ebenso wie Eltern und Bildungseinrichtungen immer wieder vor neue Herausforderungen.

      Der Jugendmedienschutz greift in seiner bisherigen Form zu kurz und muss den neuen Gegebenheiten angepasst werden. Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) setzt sich deshalb für Regelungen zum Jugendmedienschutz ein, bei denen veränderte Nutzungsweisen, die Relevanz des erzieherischen Jugendmedienschutzes sowie die Stärkung von Kindern und Jugendlichen im Sinne einer Befähigung bedacht werden.

      Am 1. Oktober 2016 trat die Novelle des "Staatsvertrag über den Schutz der Menschenwürde und den Jugendschutz in Rundfunk und Telemedien" (Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, JMStV) in Kraft. Die GMK positioniert sich dazu mit drei Texten, die das Thema Jugendmedienschutz aus verschiedenen Perspektiven betrachten:

      • Dies ist erstens der theoretische Beitrag "Kinder- und Jugendmedienschutz und Medienpädagogik" von Dieter Spanhel (2016), der hier erstmals veröffentlicht wird (Creative Commons Lizenz CC-BY-NC-ND 4.0).
      • Der zweite Beitrag ist eine Stellungnahme der GMK-Fachgruppe Jugendmedienschutz (2016).
      • Abgerundet wird das Paket drittens mit der bereits veröffentlichten Stellungnahme der GMK zum zeitgemäßen Kinder- und Jugendmedienschutz im Nachgang der I-KIZ-Fachtagung "Weichen Stellen für einen zeitgemäßen Jugendmedienschutz" vom 21. Juni 2016.

      Dieter Spanhel (Erziehungswissenschaftler) vertritt in seinem Beitrag die These, dass unter den Bedingungen einer mediatisierten Lebenswelt ein gedeihliches Aufwachsen mit Medien weder allein durch Maßnahmen des Kinder- und Jugendmedienschutzes noch allein durch umfassende Maßnahmen der Medienerziehung und Medienkompetenzförderung gesichert werden kann. Spanhels Konzept folgt der kontextuellen Steuerung des Medienhandelns der Heranwachsenden. Es geht von der Erkenntnis aus, dass nur in einem ausgewogenen Zusammenspiel von Grenzsetzungen, Autonomiegewährung und pädagogischer Begleitung den Kindern und Jugendlichen Handlungsfreiräume eröffnet werden können. In diesem lernen sie, ihr Medienhandeln selbstständig an entwicklungsförderlichen und sozial verträglichen Sinnkriterien auszurichten und eigenverantwortlich zu steuern.

      Die GMK-Fachgruppe Jugendmedienschutz spricht sich dafür aus, Jugendmedienschutz verstärkt als Bildungs- und Erziehungsauftrag zu verstehen. Auch setzt sie sich dafür ein, Jugendmedienschutz als Verantwortungsgemeinschaft zu begreifen. Den Herausforderungen einer konvergenten Medienwelt muss dabei gerecht werden, das System und die Förderung von Transparenz sind zu vereinfachen. Jugendmedienschutz sollte aufgrund des veränderten Mediengebrauchs  als Interaktions- und Kommunikationsschutz begriffen werden und sinnvolle Instrumente sind gemeinsam zu verbessern.

      Das Positionspapier der GMK im Nachgang der I-KIZ-Tagung "Weichen Stellen für einen zeitgemäßen Jugendmedienschutz" fordert, Jugendliche zu befähigen statt zu beschränken, denn Jugendmedienschutz sollte nicht ohne pädagogischen Support erfolgen. Zudem müssen nicht nur Inhalte sondern muss auch die Kommunikation für den Jugendmedienschutz relevant sein und Anbieter sollten verstärkt in die Pflicht genommen werden.

      Die drei Texte sind als PDF-Dokumente unter <link http: www.gmk-net.de external-link-new-window einen externen link in einem neuen>www.gmk-net.de frei zugänglich.

      Meldung vom 17.11.2016