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      Meldung vom 23.11.2016

      Dieter Baacke Preisträger 2016

      Herausragende Medienprojekte mit Kindern und Jugendlichen stehen im Mittelpunkt des Dieter Baacke Preises. Alljährlich zeigt der mit 10.000 € dotierte Preis, wie die Förderung der Medienkompetenz besonders gut gelingen kann.

      Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verleihen seit 2001 gemeinsam die bundesweite Auszeichnung für herausragende medienpädagogische Arbeit. 200 Bewerbungen lagen der Jury vor, sieben herausragende Projekte wurden prämiert.

      Die Bundesjugendministerin Manuela Schwesig bedankte sich in ihrem Grußwort ausdrücklich bei allen, die Bewerbungen eingereicht haben, und betonte, dass in diesem Jahr auffällig viele Projekte in Zusammenarbeit mit Schulen dabei waren.

      Bundesjugendministerium vergibt Preis an "ganz schön anders"

      Prämiert wurde der inklusive Kurzfilmwettbewerb „ganz schön anders“. Im Mittelpunkt des medienpädagogischen Projekts stehen Filmworkshops, bei denen sich Schülerinnen und Schüler aus Förder- und Regelschulen begegnen und gemeinsam das Filmhandwerk lernen. Der Wettbewerb mit Workshops findet seit 2014 in Niedersachsen statt. In den zurückliegenden Jahren waren beispielsweise Ninia LaGrande Binias, Hans Friedrich Baum (Graf Fidi) und Samuel Koch Schirmherren des Projekts. Projekte, bei denen sich Jugendliche mit und ohne Behinderung sich begegnen und zusammenarbeiten, sind leider immer noch selten.

      Größter inklusiver Wettbewerb für Schüler in Norddeutschland

      Der „ganz schön anders“-Wettbewerb ist zu einem der größten inklusiven Kurzfilmprojekte mit Workshops für Schülerinnen und Schüler aller Schulformen in Niedersachsen gewachsen. Zum Thema „ganz schön mutig“ beteiligten sich 2015/16 insgesamt 174 Filmteams aus ganz Niedersachsen – in diesem Jahr sind es 201 Filmteams aus über 40 Schulen, die unter dem Motto „ganz schön ungerecht“ Kurzfilme drehen. Noch bis zum 15. Januar 2017 können weitere Schülerinnen und Schüler mitmachen und fünfminütige Kurzfilme einreichen. Hauptpreis ist die Reise nach Berlin und der Besuch der Berlinale - Internationale Filmfestspiele Berlin.

      Gefördert wird das inklusive Kurzfilmprojekt von der Klosterkammer Hannover als Hauptförderer, dem Sparkassenverband Niedersachsen aus den Mitteln der Lotterie Sparen + Gewinnen sowie der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz als Mitförderer. Die Workshops für Lehrende förderte der Verein Help e.V. (Human Environment Life Protection) Hannover. Medienpartner sind die drei Bürgerfernsehsender in Niedersachsen h1-Fernsehen aus Hannover, Oeins aus Oldenburg und TV38 (Fernsehen zwischen Harz und Heide). Bei den kommunalen und regionalen Medienzentren, den Filmberatern und den medienpädagogischen Beratern in Niedersachsen können die Schüler*innen und Lehrenden ebenfalls (technische) Unterstützung und Beratung bei der Filmproduktion bekommen.

      Weitere Infos: <link http: dmanalytics2.com>

      ganz-schoen-anders.org

        <link https: www.dmanalytics2.com>www.youtube.com/watch?v=0IfnrsIGt_Q

      Preisträger 2016:

      Kategorie „Projekte von und mit Kindern“

      Reise durch die Mediengalaxie – Ein intergenerativer Schulaktionstag

      Metaversa e.V. – Verein für Medien, Bildung und Kultur, Berlin, und Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) (2.000 €)

      Kinder, Eltern und Lehrende sind aktiv einbezogen in den Medienspielparcours, der digitale und analoge Medien aufgreift, vielfältige Aspekte der Medienkritik, Medienerziehung und Medienbildung verbindet. Schüler*innen gestalten die Inhalte selbst und fungieren als Expert*innen. Ein gut übertragbares Modell der Förderung von Medienkompetenz im Schulkontext und eine vorbildliche Kooperation zwischen einer außerschulischen medienpädagogischen Einrichtung und Schule.

      Kategorie „Projekte von und mit Jugendlichen“

      „Hoffen ist ein Arschloch“ – oder der Wahnsinn im Loslassen

      ars popularis e.V., Reichenbach, in Kooperation mit Alte Papierfabrik Greiz e.V. und Römer e.V.; Projektleitung: Franziska Barth (1.000 €)

      Schmerz, Trauer, Wut und Hoffnung – das Gefühlschaos von Jugendlichen zum Ausdruck bringen: In dem breit gefächerten medienpädagogischen Projekt nutzen Heranwachsende Musik, Fotografie, Audio und Video als kreative jugendkulturelle Werkzeuge. Das Projekt überzeugt durch emotionale Ausdrucksstärke und ästhetische Darstellungen. Ein herausragendes Modell kultureller partizipativer Medienarbeit.

      DATA RUN – Ein Alternate Reality Game zum Thema Überwachung

      mediale pfade.org – Verein für Medienbildung e.V., Berlin, in Kooperation mit Medienanstalt Berlin Brandenburg (mabb) und Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (1.000 €)

      Überwachung, Verschlüsselung und Datenschutz – hier umgesetzt als ein begeisterndes und aufklärendes Aktionsspiel. In dem Polit-Thriller schlüpfen die Jugendlichen in die Rolle von Hackern, also von „Aufklärern”, die technische Tools zum Schutz ihrer Privatsphäre anwenden, diverse Aufgaben erfüllen, Rätsel lösen und so jugendgemäß einen sensiblen Umgang mit Daten lernen.

      Kategorie „Interkulturelle und internationale Projekte“

      Musik- und Medienwerkstatt: Videoinstallation „Le sacre du printemps“

      medienblau gGmbH, Leipzig, in Kooperation mit Impuls, der Musikvermittlung des Gewandhauses zu Leipzig (1.000 €)

      Mit der Musik „Le Sacre du printemps“ schildert Strawinsky die wechselvolle Auferstehung der Natur im Frühling. Welche Empfindungen weckt die Musik heute in 12- bis 17-jährigen Jugendlichen, die einen vielfältigen kulturellen Hintergrund haben und gemeinsam Deutsch als Zweitsprache lernen? Gemeinsam erschaffen Sie eine komplexe Videoinstallation: Sie experimentieren mit diversen ästhetischen Mitteln und Materialien, gestalten Animationsfilme, Bildcollagen und Installationen. Ein vorbildliches interkulturelles medienpädagogisches Projekt, das zeigt, dass Medienarbeit ebenso wie Musik eine „Sprache der Welt“ ist.

      KINO ASYL

      Medienzentrum München des JFF – Institut für Medienpädagogik in Kooperation mit Refugio München, Filmstadt München, Münchner Stadtbibliothek, Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München und Münchner Kammerspiele (1.000 €)

      Geflüchtete kuratieren selbst ein Filmfestival mit Produktionen aus ihren Herkunftsländern. Von Anfang an sind sie in alle organisatorischen Bereiche aktiv eingebunden. Sie stellen das Filmprogramm zusammen, gestalten Plakate und Programmhefte, organisieren Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, übersetzen oder untertiteln die Filme und präsentieren sie schließlich vor Publikum. Musikalische und kulinarische Eindrücke aus ihren Heimatregionen runden das Festival ab. Ein ressourcenorientiertes interkulturelles Projekt rund um das Medium Film mit vorbildlich partizipativem Charakter.

      Kategorie „Intergenerative und integrative Projekte“

      „ganz schön anders“ – Für Inklusion. Gegen Ausgrenzung. Inklusiver Kurzfilmwettbewerb mit Workshops für Schüler*innen aus Förder- und Regelschulen in Niedersachsen

      Blickwechsel e.V., Göttingen, in Kooperation mit Königsworth Medienbüro (2.000 €)

      In Filmworkshops begegnen sich Schülerinnen und Schüler mit und ohne Förderbedarf und werden inspiriert, sich filmisch auszudrücken. Das Projekt ist weit mehr als ein Wettbewerb. Die Jugendlichen erfahren kreativen medialen Ausdruck, Selbstwirksamkeit und erzielen Aufmerksamkeit. Die gemeinsamen Aktionen bauen Vorurteile und Berührungsängste ab.

      Das Projekt verbindet Förderschulen mit weiterführenden Schulen und wird als herausragendes Modell inklusiver Medienarbeit ausgezeichnet.

      Kategorie „Projekte mit besonderem Netzwerkcharakter“

      Maker Days for Kids – Die viertägige offene digitale Werkstatt für 10- bis 14-Jährige

      Bildung Innovation Migration Soziale Exzellenz e.V. (BIMS e.V.), Bad Reichenhall, in Kooperation mit Technische Universität Graz, Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH, Haus der Jugend Bad Reichenhall, Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land sowie weitere Organisationen und Einzelpersonen (2.000 €)

      In der offenen Werkstatt „Maker Days for Kids“ bestimmen die Kinder und Jugendlichen, was sie umsetzen möchten. Sie suchen selbstständig Problemlösungen, arbeiten kollaborativ zusammen und holen sich Unterstützung von Tutor*innen und Fachkräften. Sie modellieren Traumhäuser, drucken diese am 3D-Drucker aus, sie konzipieren Games, experimentieren mit LED-Lampen oder programmieren Raspberry-Pis. Ein Projekt, das innovative medienpädagogische Methoden in Form eines sowohl regionalen als auch internationalen Netzwerks in die Breite bringt.

      Besondere Anerkennungen

      Die besonderen Anerkennungen in diesem Jahr gehen an zwei Projekte, die sich medienpädagogisch Games und Apps widmen:

      App Summer Camp

      App Camps, Hamburg

      Das „App Summer Camp“ verknüpft die Sommercamp Idee mit Coding-Angeboten. Die Jugendlichen lernen eigene Apps zu entwickeln. Zusätzlich erfahren sie vieles über juristische Grundlagen der APP-Entwicklung.

      Kooperationsprojekt: Profilklasse Smart Gaming

      jaf – Verein für medienpädagogische Praxis e.V., Hamburg, in Kooperation mit der Initiative Creative Gaming e.V. und der Stadtteilschule Wilhelmsburg

      Das Projekt zeigt, wie Medienbildung im Bereich Gaming als kontinuierliches schulisches Angebot gestaltet werden kann: Die Profilklasse erstreckt sich über mehrere Jahre und fördert die Berufsorientierung der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Hierbei wird als Kooperationsprojekt zwischen einer außerschulischen medienpädagogischen Einrichtung und einer Stadtteilschule Mediengestaltung mit der Förderung der Medienkritikfähigkeit verbunden.

      Dieter Baacke Preis

      Der Dieter Baacke Preis richtet sich an Projekte außerschulischer Träger (z.B. Jugendzentren, Kindergärten, Träger der Jugendhilfe oder Familienbildung, Medienzentren und Medieninitiativen) und Kooperationsprojekte zwischen schulischen und außerschulischen Trägern. Die Projekte sollten im Vorjahr entstanden sein oder im laufenden Jahr bis zur Bewerbungsfrist beendet sein. Bewerben können sich Institutionen, Initiativen oder Einzelpersonen mit innovativen, originellen oder mutigen Projekten zur Förderung einer pädagogisch orientierten Medienkompetenz. Bewerbungsschluss ist der 31. August des laufenden Jahres. <link http: www.dieter-baacke-preis.de>Information und <link http: www.dieter-baacke-preis.de>Bewerbung

      Dieter Baacke Preisträger 2016 | Foto: GMK/Peter Radke

      Meldung vom 23.11.2016