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      Eröffnung der 13. SchulKinoWochen

      v.l.n.r. Detlef Endeward, Niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ), Bernd Wolter, Film- und Medienbüro Niedersachsen, Jan ter Horst, Niedersächsisches Kultusministerium, Jörg Witte, Projektleiter SchulKinoWochen Niedersachsen, Michael Jahn, Vision Kino (Fotos: Angela von Brill)

      Das Central-Theater in Uelzen war in diesem Jahr das gastgebende Kino zur Auftaktveranstaltung der 13. SchulKinoWochen Niedersachsen am 20. Februar 2017. Zahlreiche Schulklassen waren am Montagvormittag "zur besten Unterrichtszeit" erschienen und folgten gebannt der knapp zweistündigen Literaturverfilmung „Die Mitte der Welt“ von Regisseur und Drehbuchautor Jakob M. Erwa.

      Das anschließende Filmgespräch, an dem neben Erwa auch der Bürgermeister der Hansestadt Uelzen, Jürgen Markwardt, lebhaft teilnahm, wurde von Schülerinnen und Schülern des Herzog-Ernst-Gymnasiums Uelzen geleitet und bezog Nachwuchs-Filmemacher des Gymnasiums mit ein.

      In der Diskussionsrunde wurde deutlich, welche Anziehungskraft das zentrale Thema „Erwachsenwerden“ auf die anwesende Zielgruppe dieses Jugendfilms nach wie vor ausübt: Das Erleben von Freundschaft, Familie, erster Liebe und Sexualität steht im Fokus. „Die Mitte der Welt“ ist für das Publikum noch umso spannender, weil er jene übergreifenden Erzählfolien ganz beiläufig und nonchalant anhand gleichgeschlechtlicher Liebesbeziehungen und unangepasster Lebensmodelle transportiert. Dass dies auch mal sehr explizit sein kann, rührt das junge Publikum an, aber auch und besonders, weil es unter Erwas Regie eine wunderbare Selbstverständlichkeit verliehen bekommt. Letztendlich ist dies der entscheidende Aspekt, die meisten Jugendlichen im Film wiederfinden können, weil es hier eben nicht vordergründig um die Schwierigkeiten des Coming-Outs etc. geht. Den Mut, den Erwa hierbei und mit seinem Stilbewusstsein beweist, wurde ausdrücklich gelobt.

      Auch für Bürgermeister Jürgen Markwardt steht die Erste Liebe im Vordergrund der Geschichte und nicht die Homosexualität des Protagonisten. Im positiven Sinne hob er die Manipulationskraft des Mediums Films und seiner Bilder hervor. Die Schüler seien gerade dabei, über die rege Auseinandersetzung Medienkompetenz zu erwerben.

      Bereits bei der Begrüßung begründete Jörg Witte, Projektleiter der SchulKinoWochen Niedersachsen, die Wahl des Eröffnungsortes Central-Theater Uelzen mit der großen Resonanz, die die SchulKinoWoche in Uelzen seit Jahren erfahre. Michael Jahn, bei Vision Kino zuständig für die SchulKinoWochen in den Bundesländern, hob hervor, der Kinosaal ermögliche es, den Fokus auf das zu legen, was wirklich wichtig sei. In Zeiten, in denen man sich in der unüberschaubaren Medienlandschaft mit Fake-News u.ä. auseinandersetzen müsse, böte dies eine besondere Qualität.

      Für das niedersächsische Kultusministerium sprach Jan ter Horst über die Bedeutung des Kinos „in der Fläche“ – Für das Kino als Institution auch außerhalb der Ballungsräume müsse man sich besonders einsetzen. In diesem Sinne würdigte die Moderatorin Eva-Maria Schneider-Reuter die Betreiberin des Central-Theaters, Renate Böhm für über 50 Jahre Engagement fürs Kino.

      Regisseur Jakob M. Erwa gewährte darüber hinaus spannende Einblicke in die Entstehung seines Filmes, an dem er insgesamt sechs Jahre gearbeitet hat, nachdem er zuvor acht Jahre um die Rechte der Romanvorlage von Andreas Steinhöfel geworben hatte. Eine besondere Rolle spielte dabei das Casting: Neben Schauspielern wurde über Social Media via E-Casting mit selbstgedrehten Videos Laiendarsteller für den Film gefunden. Die Schülerinnen und Schüler interessierten sich besonders für den Umgang mit der Sexualität vor der Kamera und wie man als Regisseur damit verfährt. Weiterhin wurde über die Behandlung der Literaturvorlage und die herausragende Bedeutung von Musik in dem Film diskutiert.

      Die SchulKinoWochen Niedersachsen sind ein Projekt von VISION KINO in Kooperation mit dem Film & Medienbüro Niedersachsen. Ziel ist die Förderung der Film- und Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern aller Altersstufen. Vom 20. Februar bis 17. März 2017 bieten landesweit 100 Kinos ein umfangreiches Programm mit künstlerisch herausragenden und lehrplanrelevanten Filmen und Sonderprogrammen für Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen an.

      Weitere Infos: www.schulkinowochen-nds.de

      Meldung vom 22.02.2017