. .
Suchen Sie nach Themen, Zielgruppen, Institutionen oder nach bestimmten Schlagworten.
Ein Überblick über die medienpädagogischen Angebote in Ihrem Ort.
    Suchen Sie nach beliebigen Begriffen in den medienpädagogischen Angeboten.
      Projekte

      Filmprojekte der LAG Jugend & Film Niedersachsen mit Geflüchteten

      In Nürnberg bei der Verleihung des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises. | Foto: Deutscher Menschenrechts-Filmpreis

      Der Film Morgenland entstand 2015 als Projekt der LAG Jugend & Film Niedersachsen e.V. mit minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen und gab den Jugendlichen die Chance, sich selbst an ihren Lieblings- und Sehnsuchtsorten sowie in ihren Traumberufen filmisch zu inszenieren. Im Dezember 2016 wurde der Film nun in Nürnberg mit dem Deutschen Menschenrechts- Filmpreis in der Kategorie Amateure ausgezeichnet. Der Nachfolgefilm "Such mich!" ist im Herbst 2016 erschienen.

      Dazu ein Gespräch mit Filmemacher Thomas Kirchberg:

      Am 10.12.2016 wurde „Morgenland“ mit dem Deutschen Menschenrechts-Filmpreis ausgezeichnet. Was sind Deine Eindrücke von der Preisverleihung in Nürnberg?

      Für alle Beteiligten war es eine unglaublich tolle und aufregende Erfahrung. Die Jugendlichen waren ganz begeistert, weil sie noch nie so viele freundliche Menschen in so kurzer Zeitspanne getroffen haben. Und es war bewegend, den Film und das damit verbundene Projekt im Rahmen einer so renommierten und hochkarätig besetzten Veranstaltung gewürdigt zu sehen.

      Mittlerweile ist ja auch schon ein Folgefilm entstanden.

      Ja, im Herbst 2016 ist der Film "Such mich!" erschienen. Gefördert durch den BJF im Rahmen von „Movies in Motion“, haben wir ein weiteres Mal den Erfahrungen und Gefühlen von jugendlichen Geflüchteten in Deutschland nachgespürt. Zwei Jugendliche aus dem Morgenland-Projekt waren dieses Mal wieder dabei, der Rest der Gruppe war aber neu – und das sorgte wiederum auch für ganz neue Perspektiven und Eindrücke.

      Der fertige Film unterscheidet sich deutlich von seinem Vorgänger: Nachdem bei "Morgenland" vor allem die Lebensperspektiven und Wunschvorstellungen der Jugendlichen im Mittelpunkt standen, geht es bei "Such mich!" viel mehr um innere Welten: Welche Erfahrungen bringe ich mit? Mit welchem persönlichen Ballast gehe ich in dieses neue Leben in Deutschland? Und welche Schwierigkeiten gibt es dabei, mein „altes“ und mein „neues“ Leben zusammenzuführen? Das macht den Film einerseits intimer, aber die Bilder werden auch komplexer und vielschichtiger.

      Wie geht es mit den Filmen jetzt weiter?

      Zum einen werden beide Filme als Doppelprogramm im Rahmen der niedersächsischen SchulKinoWochen (ab dem 20.02.) gezeigt. Außerdem laufen beide Filme auch bei den 14. Goslarer Filmtagen. "Morgenland" wird auch im Rahmen der Filmtournee des Deutschen Menschenrechts- Filmpreises an zehn Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz gezeigt, unter anderem in Berlin, Frankfurt und Bonn. Die Termine laufen bis zum 24.6.2017.Und die Preisträger-Filme des Deutschen Menschenrechts- Filmpreises können auch für Vorführungen bezogen werden.
      (Mehr Informationen dazu unter http://menschenrechts-filmpreis.de/ index.php?id=159)

      Und was kommt in Zukunft noch?

      Natürlich denke ich schon über mögliche nächste Filmprojekte nach. Und wir planen mit der LAG Jugend & Film auch schon ein konkretes Projekt, das sich den Erfahrungen von jugendlichen Geflüchteten im Rahmen von Storytelling-Formaten nähert.

      ***
      Thomas Kirchberg ist selbständiger Filmemacher mit den Spezialgebieten Musikvideos, Dokumentarfilme und Kinospots. Er ist Sprecher der jungen Medienszene Niedersachsen und im Vorstand der LAG Jugend & Film Niedersachsen. Kirchberg lebt in Göttingen.

      Das Gespräch führte Stefan Berendes.

      Meldung vom 31.01.2017